Monatsarchiv: September 2017

Visa-Wachteleier-Cherymoja

Samstagmorgen heißt für mich AUSSCHLAFEN!! zumindest meistens. Aber v.a. nach so einer anstrengenden Anreise wie bei uns .

Falsch gedacht: stattdessen dürfen wir um 9ne am Plaza Colon sein , um verschiedene Sachen für unser Visum zu beantragen. Zumindest hieß es ursprünglich Plaza de Colon, wo wir etwas ratlos standen und uns gewundert haben, wo die anderen sind. Durch einige etwas verwirrende Nachrichten und nicht angenommene Anrufe finden wir uns doch letztendlich am richtigen Ort ein und stoßen auf die anderen. Gemeinsam geht es weiter zum Passfotos machen und Simkarten kaufen. Beeindruckend waren im Fotoladen die ganzen Bilder von den Quinzeañeras . Hierzulande gibt es ein großes Fest bei Mädchen zur Feier des 15ten Geburtstages, vor welchem auch oft professionelle Fotos in „Prinzessinenkleidern“ gemacht werden.

Nachdem wir auch von der etwas verknatschten Laura (3) durch Keksbestechung ein schönes Foto zustande gebracht haben,verließen wir den Laden und wandten uns der motivtionsreichen Aufgabe zu eine bolivianische Simkarte zu beschaffen. Diese muss mit dem Reisepass beantragt und registriert werden .Damit auch ja kein Terrorrist an ein Handy kommt , oder so xD. Wobei es sowas wie eine Blacklist gibt für Länder , aus denen keiner einreisen darf, wie zum Beispiel Syrien , oder Iran. Deutschland ist Glücklicherweise auf der 2ten Liste, und darf somit mit Visum einreisen. Angrenzende Länder, wie Argentinien brauchen kein Visum .

Zum Mittagessen waren wir bei den Hermanas eingeladen , den Ordenschwestern der Gemeinde.

Was uns dort zu anfangs etwas verwirrt hat , waren die Wachteleier auf dem Salat, die in etwa die Größe von großen Oliven haben. Auch durften wir zum Nachtisch die sogenannten Chirimoyas probieren ( Ich hoffe einfach, dass ´man die so schreibt) die typischen Früchte der Region Independencia , in der die andere Einsatzstelle des BDKJs liegt. Der Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig und erinnert an Katjes Joghurt Gums.

Cochabamba – Piñami Chico – Von Quechuakindern bis putzige Omas

In Cochabamba werden wir von einigen Personen empfangen.

Sie haben sogar ein „Bienvenidos“ Schild gebastelt, für das sich sich bei einem Polizisten rechtfertigen mussten.

Für uns drei, Rahel, Clara und mich, die gemeinsam in Piňami Chico, einem Stadtteil am Rand Cochabambas arbeiten (Kilómetro once) kamen Schwester Maria Luisa, Aracely, die Leiterin des Projektes Piňami Chico, und Pedro, ein 19-jähriger Bolivianer, der gerade ein FSJ in Weingarten, Rahels und Claras Heimatort beendet hat (Weingarten am Bodensee nicht des in der Fränkischen).

Wusstet ihr eigentlich, dass Cochabamba auch eine Christusstatue steht, die sogar größer ist als die Weltbekannte in Rio? Eigentlich schade, dass fast niemand davon weiß.

Irgendwann werden wir die 1,5 stündige Wanderung zu ihr wagen, doch heute nicht:D

Im Kolpinghaus, unserem momentanen Wohnort, angekommen, frühstücken wir erstmal und wagen die ersten längeren spanischen Sprechversuche.

Wir leben hier momentan in einer kleinen WG bestehend aus einem großen Zimmer, einem kleinen ( Haha meines :D), Küche und Bad.

Da es für uns alle das erste Mal ist, dass wir WG-mäßig wohnen, ist das für uns auch eine echt spannende Erfahrung. Mal schauen, wann wir uns an die Haare gehen 😀 ( Würden wir natürlich nie machen 😉 )

Danach hatten wir ein bisschen Zeit, Koffer auszupacken und uns zu ordnen, bis Maria Luisa mit einem riesigem Berg an Gemüse ankam. Anscheinend wird es die nächsten Tage ausschließlich Gemüsepfanne geben 😀

Später haben wir uns mit Pedro getroffen und sind zusammen mit ihm zu unserem Projekt gelaufen, um dort zu Mittag zu essen.

Das Projekt Piñami Chico ist eine Hausaufgabenbetreuung, die jeweils von Dienstag bis Freitag stattfindet.

Mein Name wurde (glücklicherweise) vergessen. So ist es mir wenigstens erspart geblieben meinen Namen falsch geschrieben zu sehen

Dort bekommen die Kinder ein warmes Mittagessen, können spielen und natürlich ihre Hausaufgaben machen oder sonstige Lernblätter ausfüllen.

Da viele der Kinder im Alltag Quechua sprechen, müssen diese-genau wie wir-erst einmal Spanisch lernen. Das ist ab und zu ganz schön verwirrend, wenn die einen ansprechen, und du dich der existenziellen Frage stellst : Ist mein Spanisch so scheiße, oder sprechen die einfach kein Spanisch??

Auch durften wir die ersten Spiele erlernen: Einmal sowas ähnliches wie Völkerball und „Sol y Hielo“ : A-Fangen, aber die Fänger sind Hielo (Eis) und die anderen können einen durch Sol (Sonne) wieder befreien.

Danach sind wir zu den Stickfrauen der Gemeinde gegangen.

Diese besticken alles mögliche mit christlichen Motiven, oder einfach nur Blumen, niedlichen Eulen und was das Herz sonst begehrt. Alles wird dann nach Deutschland verschickt und dort verkauft.

Diese Frauen sind ein Ort an dem man sich einfach wohlfühlen kann: Lauter ältere, kleine Damen, die einem zureden und auch,wenn du eigentlich fast nichts verstehst, freust du dich mit ihnen.

Wenn es uns schlecht geht, werden wir dahin gehen, ne Tasse Tee trinken und die Stimmung genießen.

Solang sie uns nicht ihre Enkel vorstellen wollen xD.

Richtig fertig haben wir nur noch eine kleine Runde mit Pedro gedreht und ein paar Sachen gezeigt bekommen, wie die Schafe, die auf dem Fußballfeld grasen oder die vielen kleinen Läden, bei denen man alles mögliche erstehen kann.

Erster Stadtrundgang 🙂

Farbvielfalt für alle Lebensarten

eines der kleinen Kunstwerke 😀

 

Cochabamba wir kommen – oder bequemer als erwartet!

Busbahnhof 😀

Nach überstandenem Vorbereitungsseminar geht es also nun los ins große Ungewisse, das wir jedoch alle kaum erwarten können.

ABFAHRT zum Busterminal und ab in die EINSATZSTELLEN !!!

Natürlich erst, nachdem alle Koffer wieder gepackt und im und auf dem Bus verschnürt sind.

Diesmal zum Glück ohne Stau kamen wir unerträglich früh um halb 5 Uhr nachmittags am Busterminal an. Unerträglich deshalb, weil der Bus nach Cochabamba im Gegensatz zu den anderen Bussen mit Freiwilligen nach Tarija, La Paz oder Sucre erst um halb 9 losging.

Wir hatten also viel, viel Zeit, die bolivianischen Menschen zu beobachten.

Hierbei ist zu erwähnen, dass ich seit neuesten die Erfahrung mache, eine Riesin zu sein.

Die Körpergröße in Bolivien ist im Durchschnitt um einiges kleiner als in Deutschland, sodass ich mit meinen 1,72 ziemlich auffalle.Auch bei den bolivianischen Männern gibt es nicht viele, die größer sind als ich.

Die Wartezeit vertrieben wir uns mit Lesen, Spielen, beobachten, und auf den Werbefernsehern die bolivianische Version von „ Verstehen sie Spaß“ zu sehen.

Natürlich durften auch die ganze aufdringlichen „SUCRE;SUCRE;SUCRE“ „COCHABAMBA;COCHABAMBA“ Rufer nicht fehlen, die versuchen, allen günstige Bustickets anzudrehen.

Zudem haben wir irgendwann eine neue Kameradin in einem 3-jährigen bolivianischen Mädchen gefunden, das uns unverständliche Dinge erzählt hat und uns sehr amüsant zu finden schien.

Unsere Koffer konnten wir zum Glück schon vorher beim Busunternehmen abgeben.

Pünktlich, wie die Deutschen nun mal sind, stehen wir um 20.30 an unserem Bus und warten auf den Busfahrer. Dieser ist gerade erst dabei unsere Koffer einzuladen, lässt uns aber schon, gnädig wie er ist, in den Bus.

Da wir die letzten Tage immer in recht unbequemen Kleinbussen saßen, haben wir natürlich für diese Fahrt auch nicht viel anderes erwartet und uns schon auf eine schlaflose Nachtfahrt eingestellt.

Aber hey, was ist denn das?

Sitze, die eigentlich mehr Sessel sind,

nach hinten lehnbar, super bequem, mit ausklappbarem Fußhalter.

Und das ganze für 80 Bolivianos (ca. 11 Euro). So lässt es sich auch bequem die ganze Nacht hindurch fahren. Kein Wunder also, dass ich bereits kurz nach Abfahrt (die locker ne Stunde später als geplant war) weggepennt bin.

So lässt sichs leben 😀

Vorbereitungsseminar-oder was essen wir heute?

In Bolivien angekommen wurden wir von Katrin, einer Schweizerin, die seit 16 Jahren in Bolivien wohnt, und den Betreuern vom BKHW abgeholt ( Bolivianisches Kinderhilfswerk, von dem die meisten unserer Mitreisenden stammen und mit welchem wir auch zusammenarbeiten).
Nach dem Geldwechseln und einem erneuten Handyverlust und Fund, diesmal auf dem Klo, ging es nach draußen zu den Bussen.
Nächste Problemstellung : Wie kriegt man 35 Menschen samt jeweils 2 Koffer/Rucksäcke + Handgepäck in 2 Kleinbusse?
Natürlich in dem das Gepäck auf den Sitzen und Dächern gestapelt wird 😀
Ich war dann doch ganz froh für sowohl mich, als auch für mein Gepäck einen Innenplatz ergattert zu haben.
Dann geht’s los!
Erste Busfahrt im neuen Land!! Natürlich hängen wir alle am Fenster, es gibt ja auch so viel zu sehen: Werbetafeln, Staub, Felder, Menschen die Sachen verkaufen, hupende Autofahrer, die sich sehr mäßig an die Verkehrsregeln halten…
Wir durften Dank Stau auch gleich erfahren, wie sehr Bolivianer ihre Hupe lieben!!
In unserer Tagungsstätte angekommen stürzten wir uns zuallererst auf Essen und Wasser.
Ich glaub in dem Augenblick hätten sie uns alles vorsetzen können, selbst Hühnerfüße (eine Spezialität hierzulande), zum Glück waren es doch nur Nudeln mit Hackfleischsoße 😀
Das war die nächsten Tage nicht immer so – obwohl alles sehr gut geschmeckt hat, hat es doch mitunter interessante Diskussionen ausgelöst 😀
Schmeckt der Saft nach Ananas oder Kokos?
Wieso schmeckt diese neongelbe Suppe so undefinierbar nach Erdnüssen?
Und WIESO schmeckt das VEGETARISCHE Gericht nach FISCH???
Auch ansonsten war das Ankunftsseminar immer wieder von Lachern durchzogen:
Sei es das sehr lohnenswerte Buch (Ich hab mir gleich ein Exemplar gekauft) „Darm mit Charme“, in dem so wunderbare Wörter wie Popoelektrodenquizshow auftauchen, oder der Frosch, den ein Mädchen auf ihrer Kloschüssel vorgefunden hat.
Natürlich haben wir auch hart gearbeitet und nochmal viele interessante Dinge über Bolivien erfahren 😀
Auch Laura, die 3-jährige Tochter einer sehr freundlichen Mitfreiwilligen, die zusammen mit ihr dieses Abenteuer wagt, sorgte immer wieder für Abwechslung 😀

Von Grenzkontrollen und Drogenspürhunden

Koffer und Rucksack ist gepackt, es kann losgehen!!!

Ich? Ich bin Johanna, (noch ) 18 Jahre alt, komme aus Bamberg und habe mich entschieden, einen Freiwilligendienst in Bolivien anzutreten.

Hier in meinem Blog möchte ich mit euch (hoffentlich) regelmäßig Bilder und Geschichtchen aus meinem Freiwilligendienst teilen.

So jetzt ist es endlich so weit, ich wage mich hinaus in die große weite Welt Boliviens.

Zusammen mit 34!! anderen Freiwilligen von verschiedenen Organisationen bin ich nach über 24h reiner Flugzeit endlich in Santa Cruz, Bolivien, angekommen, wo wir die ersten 2 Tage ein kleines Ankunftsseminar hatten, um uns einzustimmen auf das Jahr, das vor uns liegt.

Doch zuerst einmal ein paar kleine Geschichten von unserer Flugreise.

Der erste Flug mit kurzem Aufenthalt in Madrid ( das ist einfach mein Flughafen xD) war ein Nachtflug, der in einem grandiosen Sonnenaufgang über den Anden endete. Ich hatte zum Glück einen Fensterplatz ergattert, von dem aus ich das Spektakel genießen durfte.

In Santiago, Chile, angekommen begann dann die Verwirrung.

Wir mussten uns einmal komplett auschecken, samt Koffer vom Gepäckband nehmen. Danach sollte jeder von uns ein Formular zur Einreise nach Chile ausfüllen und bekam dafür ein (völlig unnötiges) 90-tägiges Visum für Chile ausgestellt – echt lohnenswert für die paar Stunden, die wir in diesem Land verbringen durften.

Natürlich musste unser Gepäck einmal komplett auf Essbares und sonstige „gefährliche“ Stoffe durchleuchtet werden. Den Knabbereien in meinem Rucksack zum Dank zeigten die Drogenspürhunde, die durch die Reihen der Wartenden liefen, erhöhtes Interesse an mir , sodass mein Rucksack eine Sonderdurchsuchung bekommen hat. Zum Glück wurde nur das Essen gefunden, welches ich auch einführen durfte.

Somit waren wir also offiziell in Chile und durften uns gleich dutzende Personen vom Leib halten, die uns Taxis und sonstige Dienste anboten.

Erneutes Einchecken und Gepäckaufgabe und stundenlanges Warten auf den nächsten Flug, das nur davon aufgelockert wurde, dass wir mehrmals das Gate wechseln durften, da sich des Flugzeug einfach net entscheiden wollte, wo es landen will.

Erneutes Zwischenlanden in Chile: Wieder durften wir einmal durchs komplette Flughafengebäude laufen, nur um einen Stempel zur Ausreise aus Chile aufgedrückt bekommen um danach in das selbe Flugzeug einzusteigen wie zuvor.

Endlich Ankunft in Bolivien – das Gefühl im richtigen Land zu stehen. Sogleich erneute Verwirrung: Was muss auf das Einreiseformular? Was nicht? Was wohin? Touri, Freiwilliger oder Business?

Schlussendlich sind wir alle als Touris ins Land gekommen, was uns 30 Tage Schonfrist zur richtigen Beantragung eines dauerhaften Visums gibt.

Erneute Durchsuchung: Führt ihr Lebensmittel ein, die für Bolivien gefährlich sein können? Habt ihr mehr als 10 000 Dollar Bargeld dabei? (Als ob xD)

Wer nichts zu verzollen angab musste einen Knopf drücken. Ob man wirklich sicher gilt, siehst du , wenn das Licht NICHT angeht. Ansonsten durftest du trotzdem eine Untersuchung über dich ergehen lassen.

GESCHAFFT!! Wir sind offiziell eingereist !! Und Dank der vielen Mitflieger wurde die Reise zum Glück ah nie langweilig 😀

Was sich weiter ereignet hat, erfahrt ihr beim nächsten Mal ;D

Wer Lust auch bei  den Blogs meiner Mitfreiwilligen vorbeizuschauen ist herzlich eingeladen

Clara Schwab

Rahel Hildebrand

Zwar nicht der Sonnenaufgang, aber trz Südamerika