Quinceaños – breakdancende Clowns, hohe Schuhe und Schokofrüchte.

Quinceañera, oder breakdancende Clowns, hohe Schuhe und Schokofrüchte.

Bei uns gibt es ja auch diese großen Geburtstage, die man für gewöhnlich sehnsüchtig erwartet. Diese sind im Normalfall der 16. und der 18. Geburtstag, allein schon deshalb, weil deine Rechte gewisse alkoholische Substanzen zu dir zu nehmen erheblich verbessert werden.

(In Bolivien ist, wie in den meisten anderen Ländern, Alkohol grundsätzlich erst ab 18 erlaubt, wobei die Kontrolle dahingehend nicht sonderlich streng ist.)

Für Bolivien wichtig ist bei Mädchen der „Quinceaños“ (15. Geburtstag).

Dieses Fest hat seinen Ursprung in Südamerika und wird noch heute in vielen Ländern Südamerikas gefeiert und bezeichnet traditionell den Übergang vom Mädchen zur Frau.

Früher wurden die Mädchen in den Jahren vor ihrem „Quinceaños“ auf die Pflichten und Kenntnisse einer Frau vorbereitet.

Mittlerweile hat sich dieser Tag, sofern er zelebriert wird, zu einem rauschenden Fest gewandelt.

Wir durften vor ein paar Wochen so ein Fest selber miterleben.

Wobei das „dürfen“ so eine Sache war, ohne Eintrittskarte oder Leute, die wir kannten 😀

Aber zum Glück hat es, sobald wir drinnen waren, keinen mehr interessiert, ob wir den Namen der Quinceañera (Ruth) wissen :).

Stattgefunden hat das ganze in einem schön geschmückten Saal, der ,laut Pedro, sogar noch verhältnismäßig klein war. Für einen Jugendgeburtstag nach unseren Verhältnissen riesig.

Alles hat mich eher an eine kleine Hochzeit erinnert, mit Kellnern und Band.

Obwohl wir schon ne Stunde später kamen, mussten wir dennoch noch einige Zeit auf den großen Augenblick warten. Der Augenblick, in dem die Quinceañera in den Raum schreitet!

In einem Bodenlangen weiß schwarzen Kleid mit orangenen Highlights schritt sie die Treppe der Galerie hinunter um unten von einigen Jungen mit Rosen in den Händen erwartet zu werden, die sie ihr zu Füßen legten. Empfangen wurde sie danach von ihrem Vater, der mit ihr einmal durch den ganzen Raum schritt und danach den ersten Tanz mit ihr tanzte. Die Jungs, die Rosen wieder eingesammelt, legten sie ihr abermals zu Füßen, diesmal in einem Kreis um die Tanzenden herum. Während des Tanzes wurden diese dann von ihr und ihrem Vater aufgesammelt. Aufgezeichnet wurde das ganze natürlich von einer Kamera, die ihr durchgängig folgte und auch den restlichen Abend über stets präsent war.

In allem eine sehr eindrückliche Vorstellung die nur davon etwas überschattet wurde, dass die Quinceañera auf ihren hohen Schuhen, die sie vermutlich anziehen musste, damit das Kleid passt, eher schlecht als recht laufen konnte. Auch war ihre Laune eher weniger so, als ob es der schönste Abend ihres Lebens wäre. Da ich aber nicht eingeladen war, war ich jetzt nicht unbedingt die erste, die hin ist, um zu fragen was los sei.

Nach diesem großen Auftritt und dem obligatorischen „Feliz cumpleaños“-Gesinge begann sich die Tanzfläche langsam zu füllen, und die BAND, samt FRONTTÄNZERINNEN zu spielen. Interessant dabei war, dass man tatsächlich ausschließlich zu zweit tanzen konnte. Alleiniges Rumgehopse wie bei uns gab es kaum .Wir haben uns natürlich auch irgendwann auf die Tanzfläche und zum Buffet gewagt.

Warten auf die Quinzeañera!! leider hab ich nicht mehr Bilder von dem Abend, da ich mein Handy daheim gelassen hatte. Aber ich hab ja noch n bissl Zeit für einen weiteren Quinzeaños 😀

Die Gäste ,~70-80 Leute, waren natürlich auch alle aufgetakelt, mit Anzug, kurzen, schicken Kleidern und so hohen Schuhen, in denen ich als 15 Jährige beim ersten Schritt sicherlich galant den Boden gegrüßt hätte 🙂

Um 12 oder so kam dann die „HORA LOCA“, bei der urplötzlich Clowns und Mädels in Tütüs hereingestürmt kamen und alle auf die Tanzfläche zogen. In der wurde eine Mitte gebildet , in der einer von ihnen krasse Breakdancemoves vollführte, bis er von einem , vermutlich leicht angetrunkenen, Gast abgelöst wurde, der ziemlich beeindruckend „Michael Jackson“ Style mäßig tanzen konnte.

Gegen 2 hat sich das ganze dann langsam aufgelöst, wobei lustigerweise am Schluss Folkloremusik gespielt wurde, die aber für die meisten eher als Rausschmeißer wirkte, sofern man die typischen Schritte nicht kann 🙂