Zum Thema Eltern :D

Ein kleiner Auszug über das Großziehen von Kindern in Bolivien:

Eine Sache, die du in Deutschland dank vieler Vorurteile und Einschüchterungen fast nicht mehr zu sehen kriegt, ist, wie eine Frau ihr Kind in der Öffentlichkeit stillt.

Diese Pietätsprobleme hat man in Bolivien (noch) nicht.

Da viele Frauen, die zum Beispiel auf der Cancha einen Stand haben, ihre Babys mit auf die Arbeit nehmen, ist es hier ein völlig normaler Anblick.

Auch im normalen Leben, wie zum Beispiel bei einem Elternabend in der letzten Woche, ist es kein Problem.

In einigen Dingen sollten die Deutschen eindeutig was von den Bolivianern lernen.

Zu dem Elternabend.

Das Schuljahr endete hier mit dem 1. Dezember und es haben die Sommerferien begonnen ( komisches Gefühl, ich weiß).

Auf weiße Weihnachten kann ich dieses Jahr wohl vergeblich warten HAHA…

Davor gab es noch einmal den monatlich stattfindenden Elternabend.

Diesmal vor Schuljahresschluss war er natürlich noch einmal besonders wichtig.

Er ist außerdem sehr nützlich, wenn ich euch die bolivianische Zeit im Unterschied zur deutschen Zeit erklären will 😀

Bolivianische Zeit bedeutet, wir setzen den Anfang des Elternabends offiziell auf 18.30 mit dem Ziel um 19.00 anzufangen, fangen ungefähr gegen 19.15 an als so ungefähr fünf Mütter anwesend sind und beenden ihn gegen 20.30, während sich die Zahl mittlerweile auf 10-12 Mütter und Väter erhöht hat. Pünktlichkeit ist eben doch ein deutscher Begriff.

Auf dem Elternabend erklärten Aracely und Ingrid den Eltern, was sie dieses Jahr so mit den Kindern gemacht haben, händigten ihnen auch unsere schön sortierten Ordner mit den außerschulischen Arbeitsblättern von jedem Kind aus (Was haben wir Stunden damit verbracht, sie zu ordnen und einzuheften) und baten die Eltern noch einmal inständig, in den zwei Monaten Sommerferien mit den Kinder zwischendurch Übungen zu machen, damit diese nicht alles in diesem Jahr gelernte wieder vergessen werden und gaben ihnen auch einige Beispiele, wie sie das bewerkstelligen können.

Wir werden sehen, ob es was gebracht hat.

Was auch noch sehr interessant war, war ein kleiner Auszug über bewusste Ernährung, der mit einem Kreisdiagramm unterlegt wurde.

Durch viele Kohlenhydrate und viele gezuckerte Getränke und Speisen ist Übergewichtigkeit ein nicht gerade unerhebliches Problem in Bolivien.

Klar, dass sie auf dem Elternabend versuchten , den Eltern ein bisschen ins Gewissen zu reden.

Weshalb auch die Grafik, mit der sie es unterlegten, selbst aus unserer Sicht etwas übertrieben dargestellt wurde

Wobei wir uns da auch an die eigene Nase fassen müssen.

Zwar ist in unserem Projekt jeden Tag Gemüse oder Salat dabei, über die Menge lässt sich aber noch streiten. Ebenso über das Verhältnis von Kohlenhydraten und Gemüse.

Wobei wir aber auch nur über begrenzte Geldmittel verfügen und Reis nun mal um einiges billiger ist als Karotten in der selben Menge zu kaufen. Die Kinder wollen schließlich auch satt werden :D.

In allem eine sehr interessante Erfahrung für mich , mal so einem Elternabend beizuwohnen, auch wenn ich gesundheitlich etwas geschädigt war und deshalb die von uns am Morgen gebackenen Kekse verschmähen musste ( es waren übrigens 228 Kekse; hab ausnahmsweise mal mitgezählt beim backen. Yummy!!!)