La Cancha – Flachbildschirme, Ballkleider , geklaute Handys !!!

Ein Areal, Verkäufer, alles, was dein Herz begehrt: La Cancha!!!!

Die Cancha ist eines der beeindruckensten Phänomene, denen ich bis jetzt hier begegnet bin.

„La Cancha“ ist spanisch für „der Platz“ und bezeichnet den großen, zentralen Marktplatz in Cochabamba.

Falls ihr euch wundert „so viel ist doch gar nicht los“ wir waren bei diesem Bild auch am Montagmorgen unterwegs, was nicht gerade der Stoßzeit entspricht 🙂

Wobei man Platz eigentlich nicht sagen kann. Das Areal, teilweise kleine Hallen oder überdachte Gänge mit lauter kleinen Läden, ist so unübersichtlich, wie es belebend und sinnesüberfordernd ist.

Der Blick von oben drauf würde mich echt mal interessieren, da ich aber weder nen Hubschrauber noch ne Drohne hab und Google bis jetzt noch nicht so viel hergibt, muss ich mich mit dem Blick von vorne begnügen. Spenden dieser Hinsicht werden sehr gerne angenommen 😀

Du kommst mit dem Truffi an und bist zu Beginn bei lauter Fahrradreparaturläden (wobei Läden 4qm (wenn überhaupt) bedeutet, vor denen die Händler sitzen), während auf der Straße fahrenden Wägelchen Ananasstücke, frisch gepresster Orangensaft, salziges Popcorn, verschiedene Mittagessen und vieles mehr verkaufen.

Weiter geht die Reise an Straßenständen und Wägen vorbei. Was? Du sagst 10 Blumenstände nebeneinander sind unlogisch?

Ja, sag ich auch, aber des stört hier keinen. 😀

Ganz viele Leute breiten auch einfach eine Decke auf dem Gehsteig aus und verkaufen da , was sie eben gerade anzubieten haben 😀

Alles an Obst & Gemüse, was du brauchst, und dabei so lecker aussehend , dass du gleich reinbeißen möchtest 😀

Irgendwann beschließt du, du wagst dich hinein ins große Ungewisse, mit der Hoffnung, auch wieder einen Weg nach außen zu finden.

Innen – ich habe versucht eine grobe Karte vom Gelände aufzutreiben, bin bis jetzt aber auch noch nicht fündig geworden – reihen sich Gänge um Gänge kreuz und quer durch die Hallen, sodass du nach 3 mal abbiegen Schwierigkeiten hast, zu sagen , wo Ost und West ist, bzw. viel wichtiger, wo dein Truffi wieder nach Hause fährt.

An den Seiten reihen sich lauter kleine Läden, in denen sich die Verkaufsgegenstände bis an die Decke türmen.

An dem Stand läuft bestimmt so manches kleines Mädchen vorbei und hat den Traum, ein Prinzessinnenleben zu führen 🙂

Es gibt an sich schon unterschiedliche Bereiche, wie die Touriecke, Hightecgeräte (Ja, auch die riesigen Flachbildschirme und Waschmaschinen werden dort auf „offener Straße“ verkauft.) oder das Klamotteneck, allerdings gibt es überall Ausreißer aus diesem System, sowie unübersichtliche Wechsel von einem zum anderen. Dazu kommt, dass wahnsinnig viele Läden mit bunten Farben hervorstechen, die deine Sinne bis zur Fülle ausreizen.

Sowas findeste bei uns nicht so schnell neben dem Gemüsemarkt 😀

Um kurz auf das Popcorn zurückzugreifen: In Bolivien ist ALLES mit Zucker. Ob Refresco, Brot, Empanadas oder Pizzateig, in allem ist etwas Zucker beigemischt. Da erwartest du natürlich das süßeste Popcorn , das du dir vorstellen kannst. Stattdessen gibt es, außer ab und zu in Kinos, ausschließlich salziges Popcorn. Ich finds super! Verwirrt über den fehlenden Zucker ist man trotzdem.

Außerdem ist es mengenmäßig extrem billig und extrem lecker. SUCHTGEFAHR!!! 😀

Willst du auf der Cancha einkaufen, musst du besondere Vorsicht walten lassen, da gerade solch ein Ort für Diebe perfekt ist.

Wer sich jetzt denkt „Ach, des wird uns schon nicht passieren“ hat genau wie wir auch FALSCH GEDACHT.

Vor ein paar Wochen war ich mit Clara auf dem Weg zu unserer zweiten Einsatzstelle (Rahel war leider krank) und wir mussten wie sonst auch an der Cancha umsteigen. Nachdem wir Dank einer Versammlung von Trufifahrern länger als sonst auf das richtige Trufi warten mussten und somit schon ziemlich spät dran waren, schrieb Clara zur Sicherheit unserer Mentorin, um zu sagen, dass wir kommen so schnell es geht.

Als dann 10 min später tatsächlich das richtige Trufi erschien. Clara, völlig auf die Antwort von Maria-Luisa fixiert, hat ein einziges Mal die Sicherheitsregeln für die Cancha und Trufis nicht bedacht und konnte so schnell gar nicht schauen, da wurde ihr das Handy schon durch das offene Fenster herausgeklaut. Sie wollte natürlich noch schnell rausspringen und hinterherlaufen, worauf der Trufifahrer nur ganz ruhig meinte „des bringt eh nichts, der ist scho weg“. Ein kleiner Trost ist immerhin, dass das Handy ziemlich alt war und dank 2 Wasserschäden auch nicht mehr voll funktionstüchtig.

Dafür wird er nicht mehr viel bekommen. Muhahaha

Wenn mal kein Wellblechdach da ist reicht auch ein Stück Plane um Schatten zu spenden 😀