HEEEELLAAAUU!!!

Lustig , dass alle Bolivianer wissen, was man in Deutschland an Fasching grüßt…

Oooooder sie halten mich für eine Touristin und wollen mich mit einem „Hello“ beeindrucken. Dass sie mich damit meistens eher verwirren, verstehen sie nicht.
Ich mein, wenn ich sie auf Spanisch etwas frag, und die Antwort auf Englisch erfolgt, dann versagt irgendetwas in meinem Hirn und ich brauch erstmal ein paar Sekunden um die Antwort umzusetzen.
Ob sie damit zeigen wollen, dass sie ein bisschen Englisch können, oder uns einfach für unfähig halten, Spanisch zu sprechen, bleibt unklar.

Ach ja mein Spanisch, ihr fragt euch sicher, wie es dem mittlerweile geht, da ich ja ohne große Kenntnisse hierhergekommen bin.
Eigentlich erstaunlich gut!! Ich habe zwar immer noch recht wenig Ahnung von der Grammatik und fange erst langsam an, auch mal sowas wie einen Konjunktiv in meine Sätze einzubauen, aber verstehen tun mich die Leute in der Regel schon, und ich sie auch. 😀 ( Von Wortschatzproblemen einmal abgesehen)
Auch kann ich mittlerweile spanische Filme ganz gut verstehen und bin eifrig am spanische Bücher lesen :D.
Die Harry Potter Bände hab ich fest vor, dieses Jahr noch durchzukriegen. Nummer 4 hab ich gerade durch.
Ich hoffe, ich kann diese Kenntnisse auch nach meinem Jahr wenigstens halbwegs beibehalten, da diese Sprache ja doch von wahnsinnig vielen Menschen gesprochen wird.
Was dabei eindeutig hilft ist, wie billig du hier Filme kaufen kannst 😀 Natürlich Legal und so „HUSTHUST“
Mit verschiedenen Dialekten aus den unterschiedlichen Ländern tu ich mir allerdings noch schwer, da in Bolivien ein erstaunlich klares Spanisch gesprochen wird.

Zurück zum Fasching !!!

Wer in Bolivien Freiwilligendienst macht, dem wird gesagt, er muss zum Fasching nach Oruro, das ist schon fast Pflicht.
Der Karneval dort, ein religiöses Fest zu Ehren der der „Virgen del Socavon“ ( Maria der Bergwerkstollen), gehört seit 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Ritter,Teufel oder doch nur bunte Vögel??

Ob unter den Masken Kinder oder Erwachsene steckten, kann ich bis heute nicht sagen

So einen Sonnenschutz, hätten wir teilweise auch gebraucht… 🙂

Die meisten Bolivianer nehmen mindestens einmal in ihrem Leben am Karneval Teil.
Wer dreimal in Folge teilgenommen hat, darf Maria um etwas bitten.
Teilnehmen bedeutet beim Umzug in einer der vielen Gruppen mitzutanzen.
Und dieser Umzug kann sich sehen lassen, am Samstag um sieben oder acht Uhr morgens mit der Maria begonnen, endet er normalerweise nicht vor fünf oder sechs Uhr morgens, nur um um acht Uhr von neuem mit dem Sonntagsumzug zu beginnen.

Tabea und ich, die spontan beschlossen hatten hinzufahren, kamen am Samstag gegen zehn Uhr morgens an und fuhren Sonntags um fünf Uhr morgens mangels Schlafplatz wieder heim.
Sich 18 Stunden lang eine Parade anzusehen reicht ja auch erstmal xD
Aber diese Parade war einfach unglaublich, so viele Tanzgruppen, so viele Blaskapellen ( Wie Tabea nachts mal n Stündchen neben mir schlafen konnte, ist mir weiterhin unverständlich, während die Trompeten und Trommeln vorbeimarschierten und einen Heidenlärm veranstalteten.
Aber Wunder soll’s ja geben.)

Ich hielt mich mit Kaffee und Coca wach, um auch ja nichts zu verpassen, außerdem erschien es mir wenig ratsam, dass beide einschlafen.
Nachdem wir nachts noch das Glück hatten, eine Freundin zu treffen, die aufgrund von Projektproblemen nach El Alto umgezogen ist, und wir sie deswegen vermutlich nicht mehr so häufig sehen werden, machten wir uns gegen 4 Uhr morgens wieder auf zum Busterminal ( Und ja, es wurde immer noch getanzt), um im Bus angekommen endlich ein bisschen Schlaf zu finden, obwohl es saumäßig kalt war.

in der Rockkürze können sich selbst unsere Gardemädels noch was abschauen ( Carporalis)

 

Wenn der Mascara mal wieder verläuft… (Keine Sorge das ist eine Maske xD)

PS: Da ich kaum glaube , dass von den Geschehnissen in Bolivien viel nach Deutschland gelangt, ein kurzer Abriss:
Bei mir in Cochabamba gibt es gerade aufgrund des starken Regens heftige Überschwemmungen in mehreren Stadtteilen.
Keine Sorge, für unseren Stadtteil besteht keine Gefahr, allerdings betrifft es uns natürlich trotzdem.
Es gibt durch Schlammlawinen, die durch die Straßen ziehen mittlerweile schon mehrere Vermisste und Tote und viele Familien haben durch den Verlust ihres Hauses fast alles verloren.
Um Solidarität zu zeigen, wurde unter anderem der Karnevalskorso, der am Samstag hätte stattfinden sollen, verschoben und mehrere der auftretenden Tanzgruppen haben stattdessen ihre Unterstützung zugesagt.

Auch kam es am Karnevalssamstag in Oruro zur Explosion einer Gaskaraffe, was mind. 8 Menschen tötete, darunter mehrere Kinder.
Am Dienstag danach gab es eine erneute Explosion in Oruro mit mehreren Toten, diesmal ein Anschlag, verübt durch mehr als 3 Kilogramm Dynamit.

Ob die erste Explosion auch vorsätzlich war, wird derzeit ermittelt.

Um den Eintrag mit etwas Positivem abzuschließen : Ich habe kürzlich beschlossen Tinku zu erlernen und werde vermutlich in die Fraternidad „Tinkus San Simon“ eintreten.
Einmal war ich schon beim Proben und bin gespannt , wie sich das noch entwickelt.
Bilder etc. werden natürlich zu gegebener Zeit folgen. 😀

Sprühschaum führte zu wilden Straßenschlachten…

…Nicht nur bei den Kindern… xD